Zucker oder doch lieber eine süße Alternative verwenden?

Da der Trend seit einiger Zeit umhergeht weniger oder gar keinen Zucker mehr zu sich zu nehmen, greifen die meisten zu natürlichen und auch künstlichen Zuckerersatzstoffen. Doch wie gesund sind diese Produkte wirklich?

Rübenzucker statt Rohr- und Rohrohrzucker

Der üblichste Zucker, der Rübenzucker, stammt aus heimischen Zuckerrüben und besteht zu 100% aus Saccharose. Er entscheidet sich zum normalen Zucker nur dadurch, dass letzterer aus tropischem Zuckerrohr entsteht. Beide Zucker sind kalorienreich, enthalten keine Vitamine und sind industriell raffiniert.

Wenn man sich für den Rübenzucker entscheidet, sollte man jedoch den nicht raffinierten Bio-Rübenzucker aus der Region kaufen, da dieser die energieintensiven Verarbeitungsschritte übersprungen hat und daher ökologischer ist.

Agavendicksaft und Agavensirup

Agavendicksaft erobert zurzeit die Herzen vieler Supermarktkunden. Bei der Herstellung wird der Saft von mexikanischen Agaven abgezapft und zu Sirup verkocht. Die Süße entsteht durch eine Mischung aus Fruchtzucker und Traubenzucker, weshalb er einen der niedrigsten Werte für den glykämischen Index unter den natürlichen Süßungsmitteln erreicht. Er wird als gesunder Zucker angepriesen, weil er reicher an Mineralstoffen und Pflanzenstoffen ist.

Wer wirklich von den gesunden Dingen der Süßungsmittel profitieren möchte, müsste literweise davon trinken. Das wiederum wäre ja wieder sehr von Nachteil!

Der hohe Fructose Gehalt des Saftes ist jedoch unverträglich für viele Menschen (Fruktoseintoleranz) und unterstützt Krankheiten wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck etc.

Wegen seiner Konsistenz ist Agavendicksaft sehr gut zum Süßen von Getränken, jedoch eher ungeeignet zum Backen, da der Teig häufig nicht die gewohnte Standfestigkeit erhält.

Da er aus dem Ausland importiert wird, hinterlässt er ebenfalls einen ökologischen Fußabdruck.

Honig

Honig enthält bis zu 85 verschiedenen Arten von Zucker (Fructose, Maltose, Glucose, Saccharose etc.) und ist daher genauso ungesund wie Zucker. Was den Honig vom normalen Zucker unterscheidet, sind wertvolle Inhaltstoffe wie Pollen, Mineralstoffe, Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine und Farb- und Aromastoffe. Außerdem gilt Honig als entzündungshemmend bei manchen Krankheiten, wie beispielsweise Halsschmerzen.

Doch auch hier gilt das gleiche wie beim Agavendicksaft: Man müsste ein ganzes Fass davon essen, um von den wertvollen Stoffen im Honig zu profitieren.

Zum Backen eignet sich Honig nicht, da ein Großteil der wertvollen Stoffe ab einer Temperatur von 40 Grad Celcius zerstört wird. Als Brotaufstrich oder zum Süßen anderer Lebensmittel kann er sehr gut verwendet werden.

Honig hat auf 100g etwa 300 Kalorien, Zucker hingegen auch nur 100 Kalorien mehr. Da im Honig jedoch auch Wasser enthalten ist, relativiert sich diese Angabe auch wieder, da mehr Honig verwendet werden muss, um die gleiche Süße zu erreichen, wie mit Zucker.

Wer sich für Honig entscheidet, sollte diesen vor Ort beim Imker kaufen. Etwas teurer, aber dafür eine gute Anschaffung!

Ahornsirup

Für die Herstellung des Sirups, werden die Stämme des Zuckerahorns angezapft und der gewonnene Saft durch Erhitzen verdickt. Aus 40 Liter Saft kann ein Liter Ahornsirup gewonnen werden, der Saccharose, Fructose und 45% Wasser enthält. Er liegt mit den Kalorien somit unter dem von Honig, also muss eine große Menge zum Süßen verwendet werden, was wieder gleich endet.

Ahornsirup kann in seinen Grad der Farbe unterteilt werden: AA (sehr hell) bis D (dunkel). Je dunkler der Sirup, desto intensiver der Geschmack. Traditionell kommt der Sirup aus Kanada, jedoch wird er nun auch in China für die Massen hergestellt. Ökologisch ist beides nicht gut.

Kokosblütenzucker

Dieser Zucker wird aus den Blüten der Kokospalme gewonnen, hat jedoch vom Geschmack her nichts mit Kokos, sondern eher mit Karamell zu tun. Er hat ebenfalls einen niedrigen glykämischen Index und soll daher Heißhungerattacken vermeiden. Er genießt jedoch sehr hohe Preise und wird daher auch oft ‚Luxuszucker‘ genannt.

Reissirup

Diesen Sirup findet man direkt neben Agavendicksaft und Ahornsirup im Regal. Er stammt aus Japan und wird aus einer Erwärmung von gemahlenem Reis, Wasser und Enzymen hergestellt. Sein Geschmack ist durch eine leichte nussige Karamellnote besonders und enthält keine Fructose, weshalb er von Menschen mit einer Intoleranz gegen Fructose besser vertragen wird.

Er hat 300 Kalorien auf 100g und das auch nur aus dem Grund, das er Wasser enthält. Wie bei Ahornsirup auch muss also eine größere Menge verwendet werden.

Ökologisch leider auch nicht zu vertreten.

Stevia oder Süßkraut

Stevia ist bei uns erst seit kurzem zugelassen, wird jedoch in Südamerika und auch in Asien schon seit Jahrhunderten verwendet. Obwohl Süßkraut mittlerweile auch in Europa wächst, ist die Gewinnung von Stevia durch die Extraktion der Stevia-Glykoside aus den Blättern aufgrund des hohen Aufwandes umstritten.

Stevia eignet sich nicht so gut zum Backen, weil es 300 Mal süßer als Zucker ist und daher viel weniger Volumen hat. Hitzebeständig ist es dennoch. Stevia Produkte, wie Coca Cola Life, haben jedoch einen bitteren, leicht metallischen Nachgeschmack.

Der Ersatzstoff ist leider nur mit viel Chemie zu erzeugen. Daher gibt es auch kein Bio-Stevia. Außerdem hat pures Stevia einen gewöhnungsbedürftigen Geschmack.

Xylit und Birkenzucker

Der Zuckeralkohol Xylit wird synthetisch hergestellt und wird daher als künstlicher Austauschstoff bezeichnet. Er kommt jedoch in der Natur in einigen Gemüse- und Obstsorten vor. Der Mensch selbst produziert beim Verdauen auch eine gewisse Menge an Xylit. 

Xylit oder auch Birkenzucker genannt, wird nicht aus der Birke hergestellt. Sein Herstellungsprozess ist etwas komplizierter. Generell ist der Stoff jedoch kalorienärmer und vermindert Karies. Daher wird er gerne in Kaugummis verwendet. Er führt jedoch bei zu hoher Aufnahme zu Blähungen und wirkt abführend.

Erythrit

Der letzte Zuckeraustauschstoff auf meiner Liste ist Erythrit. Er ist ebenfalls kalorienfrei und hat nur 70% der Süßkraft vom Haushaltszucker, was durch eine größere Menge ausgeglichen werden kann. Er ist ein Zuckeralkohol und kann bei Überdosierung zu Blähungen und Durchfall führen.  Zur Herstellung werden Kohlenhydrate mithilfe von Pilzen fermentiert. Wenn Erythrit aus heimischem, biologisch angebautem Traubenzucker und Mais hergestellt und gentechnisch unveränderte Pilzkulturen verwendet wurden, dann trägt er ein Bio-Siegel und kann gekauft werden. Anderenfalls sollte man das überdenken. 

Fazit

Nach dieser Zusammenfassung merken die meisten, dass jeder dieser Ersatzstoffe genauso wie Zucker seine Nachteile hat, auch so gesund klingende Produkte wie Agavendicksaft und Honig.

Wer sich gesünder ernähren möchte, der sollte einfach weniger Lebensmittel mit Zucker essen oder weniger süßen. Generell kann man sagen, dass man die Hälfte bis dreiviertel der Menge vom Zucker verwenden kann, um ausreichend Süße zu erlangen.

Wer süßen möchte, sollte besser heimische Süße vom regionalen Imker oder Zucker aus Zuckerrüben aus biologischem Anbau wählen.

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